Vaginalkarzinom

Primäre Vaginalkarzinome sind maligne Tumore, die von Zellen der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden ausgehen. Das Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom kommt mit Abstand am häufigsten vor (95 %); andere histologische Typen umfassen Adenokarzinome, Sarkome (einschließlich Sarcoma botryoides, das typischerweise bei Kindern auftritt) und Melanome. Das vaginale Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom wird am häufigsten mit HPV-Infektionen assoziiert, während klarzellige Adenokarzinome mit einer In-utero -Exposition gegenüber Diethylstilbestrol (DES) in Verbindung gebracht werden können. Betroffene zeigen bei der Untersuchung typischerweise abnorme vaginale Blutungen und/oder eine unregelmäßige Raumforderung oder Läsion; andere Symptome können Fluor, Schmerzen und Harn- oder Stuhlgangveränderungen sein. Zur Diagnosestellung ist eine Biopsie erforderlich. Die Stadieneinteilung basiert auf Tumorgröße, dem Ausmaß der lokalen Invasion und der Metastasierung Metastasierung TNM-Klassifikation: Grading, Staging und Metastasierung. Die Therapie kann bei Erkrankung im Stadium I operativ erfolgen, bei fortgeschritteneren Stadien wird eine primäre Radio-/Chemotherapie bevorzugt.

Aktualisiert: 21.02.2023

Redaktionelle Verantwortung: Stanley Oiseth, Lindsay Jones, Evelin Maza

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Überblick

Definition

Das primäre Vaginalkarzinom ist ein maligner Tumor, der aus dem Gewebe der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden entsteht.

Anatomie-Überblick

Die Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden:

  • Ist ein fibromuskulärer Schlauch
  • Wird ausgekleidet von mehrschichtigem, unverhorntem Plattenepithel
  • Enthält keine Drüsen in der Vaginalwand selbst
  • Befindet sich zwischen Blase und Rektum Rektum Rektum und Analkanal im weiblichen Becken
Querschnitt des weiblichen Beckens

Sagittalschnitt eines weiblichen Beckens, der den Uterus in situ darstellt

Bild von BioDigital , bearbeitet von Lecturio

Histologische Klassifikation

Vaginale Malignome können entweder primär vorliegen (von der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden selbst ausgehend) oder von anderen primären Lokalisationen in die Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden metastasieren.

Primäre Vaginalkarzinome:

Zu den häufigsten Subtypen des primären Vaginalkarzinoms (mit Ursprung in der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden) gehören:

  • Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom: ca. 90-95 %
    • „Klassisches“ Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom (häufigstes primäres Vaginalkarzinom)
    • Verruköses Karzinom: eine seltene Variante des Plattenepithelkarzinoms, die im Allgemeinen nicht über Blut- oder Lymphgefäße metastasiert, aber lokal verdrängend wächst
  • Adenokarzinom (maligne Drüsen): unter 5 %
    • Klarzelliges Adenokarzinom (zweithäufigstes primäres Vaginalkarzinom)
    • Endodermaler Sinustumor (auch “Dottersacktumor”; Tumor aus Keimzellen)
  • Sarkome (Malignome der Weichteile): ca. 2,5 %
  • Melanom Melanom Melanom: unter 1 %
  • Andere Typen: ca. 1 % gesamt
    • Undifferenziert
    • Kleinzellig
    • Lymphom
    • Neuroendokriner Tumor

Metastasen von anderen primären Lokalisationen:

Epidemiologie

Primäres Vaginalkarzinom:

  • Selten: macht etwa ein bis zwei Prozent aller malignen Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes aus
  • Inzidenz beträgt ca. 0,4-1,2 pro 100.000 Frauen* in Deutschland
  • Sarcoma botryoides: häufigstes Vaginalkarzinom bei Kindern
  • Erkrankungsalter:

Ätiologie und Pathogenese

Risikofaktoren

  • Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom:
    • Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen:
      • Wichtigster Risikofaktor
      • Hochrisikotypen: 16 und 18
    • Plattenepithel-Atypien der Zervix oder der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden (siehe vaginale plattenepitheliale intraepitheliale Läsionen (SILs) und vaginale intraepitheliale Neoplasien (VaIN))
    • Rauchen
    • Promiskuität
    • Zunehmendes Alter
    • Anamnese mit Zervix- oder Vulvakarzinom
    • Stattgefundene Radiotherapie des Beckens
    • Immunsuppression
  • Klarzelliges Adenokarzinom: Exposition in utero gegenüber DES

Vaginale plattenepitheliale intraepitheliale Läsionen (squamous intraepithelial lesion, SILs) und vaginale intraepitheliale Neoplasien (VaIN)

  • Vaginale plattenepitheliale intraepitheliale Läsionen:
    • Definiert als Plattenepithel-Atypie ohne Invasion
    • Traditionell als vaginale intraepitheliale Neoplasie (VaIN) bezeichnet; 2012 wurde jedoch eine überarbeitete Terminologie empfohlen
    • Klassifiziert nach der Tiefe der Epithelbeteiligung
    • SIL/VaIN gilt als prämaligne Läsion:
      • Spontane Remission möglich
      • Risiko einer malignen Transformation von SIL/VaIN in ein invasives Vaginalkarzinom: ca. 10 %
  • LSIL (low-grade squamous intraepithelial lesion):
    • Betrifft < ⅓ des Vaginalepithels (Tiefe)
    • Traditionelle Nomenklatur: VaIN-I
  • HSIL (high-grade squamous intraepithelial lesion):
    • Betrifft > ⅓ des Vaginalepithels (Tiefe)
    • Traditionelle Nomenklatur: VaIN-II und VaIN-III
    • Höheres Risiko einer malignen Progression
    • Carcinoma in situ: umfasst die gesamte Dicke des Epithels

Pathogenese

Die Pathogenese des Plattenepithelkarzinoms steht in der Regel im Zusammenhang mit HPV-Infektionen. Die Pathogenese anderer Typen ist weniger gut charakterisiert.

  • HPV-Infektion → LSIL/VaIN-I → HSIL/VaIN-II/III → Carcinoma in situ → Invasion durch die Basalmembran Basalmembran Syndrom der dünnen Basalmembran = invasives Karzinom
  • Am häufigsten aufgrund von HPV-16
  • HPV HPV Humane Papillomaviren (HPV) besitzt 2 wichtige Onkoproteine:
    • E6: inaktiviert das p53-Tumorsuppressorprotein
    • E7: inaktiviert das Rb-Tumorsuppressorprotein
  • Nachdem Zellen Tumorsuppressorproteine verloren haben → unregulierte Proliferation → HSIL

Wachstumsmuster

Klinik

Symptomatik

  • Vaginale Blutungen (häufigstes Symptom), typischerweise:
    • Postkoital
    • Postmenopausal
  • Auffälliger vaginaler Fluor:
    • Wässrig
    • Übelriechend
    • Fleischfarben
  • Schmerzen im Beckenbereich
  • Läsionen, die die vordere Vaginalwand betreffen, können auftreten mit:
  • Läsionen an der Hinterwand können auftreten mit:
  • Etwa 20 % der Frauen* sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung asymptomatisch (durch Screening-Untersuchungen des Beckens diagnostiziert).

Untersuchungsbefunde

  • Vaginale Raumforderung:
    • Unregelmäßige Form
    • Solide Komponenten
    • Brüchig (blutet leicht)
    • Exophytisch
    • Kann umgebende Strukturen verdrängen
    • Am häufigsten an der Hinterwand im oberen ⅓ der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden lokalisiert
    • Sarcoma botryoides: Raumforderung, die aus der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden herausragt und als traubenartige Gewebeansammlung erscheint
  • Plaques
  • Ulzerationen
  • Ausdehnung der Läsion bis zur Zervix
  • Inguinale Lymphadenopathie Lymphadenopathie Lymphadenopathie

Diagnostik und Stadieneinteilung

Für die Diagnose eines Vaginalkarzinoms ist die histopathologische Untersuchung einer Biopsie erforderlich. Befunde von bildgebenden Verfahren helfen beim Staging und der Therapieplanung. Laborchemische Untersuchungen sind in der Regel wenig wegweisend (außer Zytologie/Histologie).

Untersuchung und Zytologie

Biopsie

  • Zur Diagnose erforderlich (Goldstandard)
  • In der Regel mittels Stanzbiopsie, kann jedoch in folgenden Fällen eine Untersuchung unter Narkose erfordern:
    • Schwere zervikale Stenose
    • Anomalien des Gefäßsystems, die mit einer erhöhten Blutungsneigung assoziiert sein könnten
  • Nutzen:
    • Bestätigung der Diagnose eines Karzinoms (Ausschluss benigner Pathologien)
    • Identifizierung des histologischen Subtyps
    • Beurteilung der Tiefe der Infiltration

Bildgebende Verfahren

Die Bildgebung von Abdomen, Beckenhöhle und/oder Thorax kann indiziert sein, um die körperliche Untersuchung zu ergänzen und das Staging und die chirurgische Therapieplanung zu unterstützen.

  • Beurteilung von:
    • Tumorgröße
    • Ausmaß der lokalen Progression
    • Vergrößerten Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem
    • Hepatischen oder pulmonalen Metastasen
  • Bildgebende Verfahren:
    • Becken-MRT
    • PET/CT
    • Röntgenaufnahme des Thorax
CT-Scan des Beckens mit einer Raumforderung in der hinteren Scheidenwand

CT-Scan des Beckens mit einer Raumforderung in der hinteren Scheidenwand (ca. 11,2 x 9,0 cm):
Die Raumforderung wurde histologisch als vaginales Leiomyosarkom diagnostiziert.

Bild : “A large primary retroperitoneal vaginal leiomyosarcoma: a case report.” von Xu Z, Zeng R, Liu J. Lizenz: CC BY 4.0

Stadieneinteilung

Das Vaginalkarzinom wird anhand des TNM-Systems klassifiziert und in vier Stadien nach FIGO eingeteilt.

  • Die TNM-Einteilung berücksichtigt:
  • Die klinische Einteilung berücksichtigt Befunde aus:
    • Körperlicher Untersuchung
    • Zystoskopie und Proktoskopie
    • Brust- und Skelettszintigrafie
  • Die chirurgische Einteilung umfasst:

Betroffene werden nach ihren „höchsten“ Befunden eingeteilt. Zum Beispiel wird ein Tumor bei einer Person mit einem auf die Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden beschränkten Tumor mit positiven Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem als Stadium III klassifiziert. Ebenso liegt bei direkter Tumorinvasion in die Blasenschleimhaut ein Stadium IV vor, auch wenn keine Lymphknotenbeteiligung oder Fernmetastasierung vorliegt.

Tabelle: Stadieneinteilung des Vaginalkarzinoms
Stadium Ausmaß der Tumorinvasion in das umgebende Gewebe Metastasierung Metastasierung TNM-Klassifikation: Grading, Staging und Metastasierung
I Tumor auf die Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden beschränkt. Keine
II Paravaginales Gewebe wird infiltriert, der Tumor reicht jedoch nicht bis zur Beckenwand Keine
III Tumor erreicht und infiltriert die Beckenwand und/oder das untere Vaginadrittel und/oder blockiert den Harnabgang Metastasierung Metastasierung TNM-Klassifikation: Grading, Staging und Metastasierung in regionale Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem
IV Tumor wächst in die Mukosa des Rektums und/oder der Blase und/oder breitet sich über die Grenzen des kleinen Beckens aus

Therapie und Prognose

Therapie

  • Die Therapieauswahl ist vom Stadium abhängig.
  • FIGO I:
    • Chirurgische Exzision +/– Radiotherapie
    • Bei unwahrscheinlicher R0-Sektion: Primäre Radio-/Chemotherapie
  • FIGO II-IV
    • Primäre Radio-/Chemotherapie
    • Die Chemotherapie umfasst typischerweise:
      • Fluorouracil
      • Cisplatin
    • Die Radiotherapie umfasst typischerweise eine Kombination aus:
      • Brachytherapie
      • Externer Radiotherapie
  • Überwachung nach der Therapie zur Suche nach Lokalrezidiven:
    • Regelmäßige Beckenuntersuchungen
    • Jährliche Pap-Abstriche
    • Kolposkopie und Biopsie bei auffälligen Befunden

Optative Therapie des Vaginalkarzinoms

  • Eine Operation ist in den Stadien II–IV des Plattenepithelkarzinoms mit schlechteren Ergebnissen assoziiert und wird im Allgemeinen vermieden.
    • Beinhaltet aufgrund lokaler Infiltration typischerweise die Exzision benachbarter Strukturen, einschließlich Blase und Rektum Rektum Rektum und Analkanal
    • Die Komplikationsrate kann bei Verfahren zur totalen Beckenexenteration bis zu 50 % betragen.
  • Indikationen für eine Operation:
    • Verruköses Karzinom
    • Sarcoma botryoides
    • Gut differenzierte Leiomyosarkome
    • Melanom Melanom Melanom
    • Palliative Indikationen bei fortgeschrittener Erkrankung
    • Fertilitätserhalt: Operative Verlagerung der Ovarien Ovarien Ovarien aus dem Becken bei jungen Frauen* vor Beginn der Radiotherapie

Prognose

  • Zu den wichtigsten prognostischen Faktoren zählen:
    • Histologischer Subtyp
    • Stadium bei der Diagnosestellung (insbesondere Tumorgröße und Lymphknotenmetastasen)
    • Alter
  • 5-Jahres-Überlebensraten, basierend auf FIGO-Stadium:
    • Stadium I: ca. 63 %
    • Stadium II: ca. 41 %
    • Stadium III: ca. 31 %
    • Stadium IV: ca. 24 %

Differentialdiagnosen

Abnorme vaginale Blutung

Das Hauptsymptom eines Vaginalkarzinoms ist typischerweise eine postkoitale oder postmenopausale Blutung. Die Differenzialdiagnosen für diese Symptomatik umfassen:

  • Zervixkarzinom Zervixkarzinom Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs): invasives Karzinom des Gebärmutterhalses (und die weltweit häufigste gynäkologische Krebserkrankung). Es gibt 2 histologische Haupttypen des Zervixkarzinoms: Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome, von denen die überwiegende Mehrheit durch Hochrisiko-HPV-Infektionen verursacht wird. Eine frühe zervikale Neoplasie ist asymptomatisch, wobei eine fortgeschrittenere Erkrankung mit vaginalen Blutungen (insbesondere Kontaktblutungen) auftreten kann. Die Diagnose wird durch Pap-Abstrich Pap-Abstrich Zervixkarzinom-Screening mit Zytologie, HPV-Untersuchungen und Biopsie gestellt.
  • Endometriumkarzinom Endometriumkarzinom Endometriumhyperplasie und Endometriumkarzinom: Krebs der Gebärmutterschleimhaut Gebärmutterschleimhaut Uterus, Cervix uteri und Tuba uterina (und die häufigste gynäkologische Krebserkrankung nach dem Mammakarzinom Mammakarzinom Mammakarzinom (Brustkrebs) in Deutschland). Faktoren, welche die Östrogen-Exposition erhöhen, erhöhen das Risiko für ein Endometriumkarzinom Endometriumkarzinom Endometriumhyperplasie und Endometriumkarzinom; zu diesen Risiken zählen Adipositas Adipositas Adipositas, chronische Anovulation bei Frauen im gebärfähigen Alter, Hormonersatztherapie und die Einnahme von Tamoxifen. Das Endometriumkarzinom Endometriumkarzinom Endometriumhyperplasie und Endometriumkarzinom wird mit einer Endometriumbiopsie diagnostiziert; sonografisch kann sich bei postmenopausalen Frauen eine verdickte Gebärmutterschleimhaut Gebärmutterschleimhaut Uterus, Cervix uteri und Tuba uterina zeigen. Die Therapie erfolgt ist in erster Linie operativ.
  • Endometriumatrophie: Gutartige Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut Gebärmutterschleimhaut Uterus, Cervix uteri und Tuba uterina aufgrund eines anhaltenden Östrogenmangels dünn und atrophisch wird. Bei wenig bis fehlender Flüssigkeit in der Kavität kann Reibung zu Mikroerosionen und einer nachfolgenden Entzündungsreaktion führen, die typischerweise mit leichten postmenopausalen Blutungen oder Schmierblutungen einhergehen. Eine Endometriumatrophie wird sonografisch (Befund zeigt dünne Endometriumauskleidung) im Rahmen einer unauffälligen Endometriumbiopsie diagnostiziert. In der Regel ist keine Therapie erforderlich.
  • Endometriale- oder zervikale Polypen: gestielte oder aufsitzende Ausbildungen des Endometriums, die aus einer übermäßigen Proliferation von Endometriumdrüsen und Stroma um einen zentralen Gefäßstiel entstehen. Obwohl diese Polypen normalerweise gutartig sind, können sie insbesondere bei postmenopausalen Frauen entarten. Endometriumpolypen sind in der Regel asymptomatisch. Gelegentlich können abnorme uterine Blutungen, wie Schmierblutungen oder postmenopausale Blutungen auftreten. Kleinere asymptomatische Endometriumpolypen können zunächst beobachtet werden, größere bzw. symptomatische Polypen werden operativ entfernt, wobei als Standardmethode die hysteroskopische Resektion genutzt wird.
  • Leiomyome (Uterusmyome): Häufige, benigne Tumore, die aus glatten Muskelzellen im Uterusmyometrium entstehen. Leiomyome treten typischerweise mit abnormen Blutungen, Beckenschmerzen und/oder Symptomen einer Raumforderung auf. Myome werden in der Sonografie des Beckens als echoarme, gut umschriebene, runde Raumforderung identifiziert. Auch Leiomyome der Scheidenwand sind möglich, wenn auch äußerst selten.
  • Adenomyose Adenomyose Adenomyose: Sehr häufige gutartige Erkrankung des Uterus, die durch das Vorhandensein von ektopen Endometriumdrüsen und Stroma innerhalb des Myometriums gekennzeichnet ist. Adenomyose Adenomyose Adenomyose tritt typischerweise mit starken Menstruationsblutungen und Dysmenorrhoe auf. Die Diagnosestellung erfolgt entweder klinisch oder unterstützt durch Bildgebung des Beckens, in der Regel mittels transvaginalem Ultraschall Ultraschall Ultraschall (Sonographie) oder gelegentlich einer MRT-Untersuchung. Die Therapie richtet sich ggf. nach dem Wunsch auf Fertilitätserhalt und kann eine Hysterektomie, andere operative Maßnahmen oder eine medizinische Hormonsuppression mit Gestagenen umfassen.
  • Vulvovaginitis Vulvovaginitis Entzündungen von Vagina und Vulva: Kolpitis und Vulvitis: akute Entzündung Entzündung Entzündung der Vulva Vulva Vagina, Vulva und Beckenboden und Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden, am häufigsten aufgrund von Candida Candida Candida/Candidose albicans, bakterieller Vaginose und Infektionen mit Trichomonas vaginalis. Nichtinfektiöse Ursachen sind atrophische Vaginitis und Kontaktdermatitis. Häufige Symptome sind abnormaler Fluor, Schmerzen/Dyspareunie, Pruritus, Erytheme und Ödeme der betroffenen Region. Die Therapie hängt von der Ätiologie ab.
  • Zervizitis: Entzündung Entzündung Entzündung der Zervix, am häufigsten aufgrund von Infektionen mit Chlamydia trachomatis und/oder Neisseria Neisseria Neisseria gonorrhoeae. Die betroffenen Frauen* sind oft asymptomatisch, können sich jedoch auch mit eitrigem, abnormalen Fluor, Beckenschmerzen und unregelmäßigen Blutungen (insbesondere Kontaktblutungen) vorstellen. Die Diagnose wird mithilfe des Kolposkopiebefundes und eines mikrobiellen Zervix-Abstrichs gestellt und die Therapie erfolgt mit Antibiotika.

Vaginale Ramforderungen

Benigne vaginale Raumforderungen können umfassen:

  • Vaginale Einschlüsse oder epidermale Zysten: gutartige, kleine (ca. 1 cm) weiße oder gelbe Zysten, die sich in der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden oder auf der Vulva Vulva Vagina, Vulva und Beckenboden befinden können. Einschlusszysten treten auf, wenn Epithelgewebe nach einem Trauma unter der Oberfläche eingeschlossen wird. Epidermale Zysten treten bei Obstruktionen von Talgdrüsengänge auf, die zu einer subdermalen Sekreteinlagerung führen. Die Zysten sind normalerweise asymptomatisch, können jedoch bei Vergrößerung oder Infektion zu Dyspareunie führen.
  • Gartner-Zysten: Gartner-Zysten sind Zysten der Vaginalwand, die aus dem Gewebe des Gartner-Gangs, dem embryologischen Überrest der Wolffschen (mesonephrischen) Gänge, entstehen und sich bei Frauen typischerweise in utero zurückbilden. Wenn Gartner-Gänge bestehen bleiben und sich mit Flüssigkeit füllen, können sie zu Zysten an der anterolateralen Wand der oberen Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden werden (normalerweise< 2 cm). Diese Zysten sind typischerweise asymptomatisch und werden als Zufallsbefund bei gynäkologischen Untersuchungen oder bildgebenden Untersuchungen entdeckt. Wenn Symptome vorhanden sind, liegen meist Dyspareunie und Blasenentleerungsstörungen vor.
  • Harnröhrendivertikel: fokale Ausstülpungen der Harnröhre, die als vaginale Raumforderung an der Vorderwand der unteren Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden auftreten können. Betroffene werden typischerweise mit Dysurie Dysurie Harnwegsinfektion, Tröpfelinkontinenz, Dyspareunie, rezidivierenden Harnwegsinfektionen und/oder Hämaturie vorstellig. Das Abtasten der Raumforderung kann zu Urinverlust führen. Die Diagnose wird klinisch und mittels Zystoskopie gestellt.
  • Vaginale Endometriose Endometriose Endometriose: Endometriose Endometriose Endometriose ist die ektopische Implantation von Endometriumgewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle. Obwohl selten, ist es möglich, dass sich Endometriumgewebe in die Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden einnistet. Das Implantat kann sich als kleine blaue, schwarze, braune oder weiße Läsion oder als größere, mit dunkler Flüssigkeit gefüllte Zyste (bekannt als „Schokoladenzyste“) präsentieren. Weitere Symptome können Dyspareunie, Dysmenorrhoe, abnorme Blutungen und Harn- und Stuhlgangveränderungen umfassen.

Quellen

  1. Karam, A., Berek, J.S., Kidd, E. A. (2021). Vaginal cancer. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/vaginal-cancer (Zugriff am 8. September 2021).
  2. Holschneider, C., and Berek, J.S. (2021). Vaginal intraepithelial neoplasia. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/vaginal-intraepithelial-neoplasia (Zugriff am 8. September 2021).
  3. Bardawil, T. (2021). Vaginal cancer. Medscape. https://emedicine.medscape.com/article/269188-overview#showall  (Zugriff am 8. September 2021).
  4. Kaltenecker, B. (2021). Vaginal cancer. StatPearls. https://www.statpearls.com/articlelibrary/viewarticle/30938/ (Zugriff am 8. September 2021).
  5. Schorge, J.O., Schaffer, J.I., et al. (2008). Chapter 32: Vaginal Cancer. In Williams Gynecology. McGraw-Hill Education, pp. 677–686.
  6. Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Vaginalkarzinoms und seiner Vorstufen, Leitlinie der DGGG und OEGGG (S2k-Level AWMF-Registernummer 032/042, Oktober 2018), https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-042l_S2k_Vaginalkarzinom-Vorstufen-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2018-11.pdf (Zugriff am 31. Oktober 2022).