Diabetes insipidus

Der Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus (DI) ist eine Erkrankung, bei der die Nieren Nieren Niere den Urin nicht konzentrieren können (Asthenurie). Es gibt 2 Unterformen des DI: den zentralen DI (ZDI) und den nephrogenen DI (NDI). Bem ZDI ist die Menge des vom Hypothalamus Hypothalamus Hypothalamus produzierten oder von der Hypophyse Hypophyse Hypophyse freigesetzten antidiuretischen Hormons (ADH) reduziert. Beim NDI reagieren die Nieren Nieren Niere nicht auf das zirkulierende ADH. Beide Formen haben zur Folge, dass die Nieren Nieren Niere den Urin nicht konzentrieren können, was zu Polyurie Polyurie Kaliumregulation durch die Niere, Nykturie und Polydipsie führt. Der zentrale und der nephrogene Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus werden basierend auf den gemessenen ADH-Spiegeln und der Reaktion auf den Durstversuch voneinander unterschieden. Der zentrale DI wird primär mit Desmopressin behandelt, der nephrogene DI dagegen mit Diuretika Diuretika Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz und der Angina pectoris, nichtsteroidalen Antirheumatika (NSARs) und Kochsalzrestriktion. Wichtig in beiden Fällen ist die kausale Therapie, sofern die Möglichkeit besteht.

Aktualisiert: 20.02.2023

Redaktionelle Verantwortung: Stanley Oiseth, Lindsay Jones, Evelin Maza

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Epidemiologie

  • Keine exakten Daten vorliegend
  • Prävalenz des Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus centralis: 1 von 25.000 Menschen
  • ZDI häufiger als der NDI
  • Anteil des kongenitalen Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus: 10 %
  • Männer und Frauen gleichermaßen
  • 20 % der neurochirurgischen Patient*innen entwickeln einen gewissen Grad an DI

Pathophysiologie

Rolle des antidiuretischen Hormons (ADH, Vasopressin)

Funktion:

ADH reguliert die Serumosmolalität und den Blutdruck.

Produktion:

  • Synthese in Ncl. supraopticus und paraventricularis des Hypothalamus Hypothalamus Hypothalamus
  • Speicherung und Sekretion im Hypophysenhinterlappen
  • Sekretion bei:
    • Erhöhter Plasmaosmolalität (erkannt durch Osmorezeptoren (Vasopressinrezeptor Typ 2 (V₂)) im Hypothalamus Hypothalamus Hypothalamus)
    • Hypovolämie (Detektion durch Barorezeptoren (Vasopressinrezeptor Typ 1 (V1)) im Sinus caroticus und Aortenboden)
ADH-Regulierung und Produktion

Regulation der ADH-Produktion

Bild von Lecturio.

Zentraler DI

Der Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus centralis wird durch eine unzureichende Produktion von ADH aus dem Hypothalamus Hypothalamus Hypothalamus oder eine unzureichende Freisetzung aus dem Hypophysenhinterlappen verursacht.

  • Idiopathisch
    • Am häufigsten (30 – 50 %)
    • Vermutlich durch Autoimmunschäden an ADH-produzierenden Zellen verursacht
  • Erworben
  • Kongenital (selten)
    • Angeborene Hypophyseninsuffizienz
    • Wolfram-Syndrom

Nephrogener DI

Der nephrogene Diabetes Diabetes Diabetes Mellitus insipidus wird durch eine unzureichende Reaktion der distalen Tubuli der Nieren Nieren Niere auf ADH verursacht.

Klinik und Diagnostik

Klinik

ZDI und NDI zeigen die gleichen typischenSymptome:

  • Polyurie Polyurie Kaliumregulation durch die Niere (definiert als > 3 l Urinausscheidung/Tag, bei DI typischerweise 5 – 25 l/Tag)
  • Nykturie (führt zu Tagesschläfrigkeit Tagesschläfrigkeit Narkolepsie)
  • Polydipsie (Folge von erhöhter Serumnatrium- und Plasmaosmolalität)
  • Asthenurie (fehlende Harnkonzentrierung)
  • Neurologische Symptome als Folge einer Hypernatriämie
    • Reizbarkeit
    • Koma Koma Koma bei schwerer Hypernatriämie

Diagnostik

  • 24 h-Sammelurin
  • 24 h-Trinkmenge
  • Hypernatriämie und Hyperosmolalität des Serums
  • Durstversuch
    • Messung der Plasma- und Urinosmolalität vor der Wasserrestriktion
    • 2 – 3 h keine Wasseraufnahme
    • Messung der Plasma- und Urinosmolalität nach diesem Intervall
    • Stündliche Messungen der Plasma- und Urinosmolalität
    • Bei ausbleibender Erhöhung der Urinosmolalität → Verabreichung eines ADH-Analogons (Desmopressin-Test)
      • Anstieg der Urinosmolalität → ZDI (= Ausgleich der fehlenden zentralen ADH-Sekretion durch Desmopressin)
      • Kein Anstieg der Urinosmolalität → NDI (= Verhinderung der ADH-nachahmenden Wirkung von Desmopressin durch Nierendefekt)
  • Belastungstest mit hypertoner NaCl-Lösung
    • Messung von Copeptin (Prohormon von ADH) vor und nach der NaCl-Infusion
    • Verlässlicher und weniger aufwändig als der Durstversuch
  • Zusätzliche Prüfung:
Tabelle: Diagnostik
ADH-Spiegel Spezifisches Uringewicht (SG) Serumosmolalität Durstversuch (nach Verabreichung von ADH-Analoga)
ZDI ↓ ADH < 1.006 mg/ml > 290 mOsm/kg Positive Reaktion (> 50 % Anstieg der Urinosmolalität)
NDI Normal oder ↑ ADH Keine oder minimale Veränderung der Urinosmolalität
Kraniopharyngeom

Kopf-CT eines Kraniopharyngeoms (kalzifizierte zystische Raumforderung): Ein Diabetes insipidus tritt schätzungsweise bei bis zu 35 % der Betroffenen vor der Operation und bei 70 – 90 % nach der Operation auf.

Bild :  “Craniopharyngioma1” von Matthew R Garnett, Stéphanie Puget, Jacques Grill, Christian Sainte-Rose. Craniopharyngioma. Orphanet Journal of Rare Diseases. Lizenz: CC BY 2.0

Therapie

Zentraler DI

  • Kausale Therapie, wenn möglich
  • Medikamentöse, symptomatische Therapie:
  • Ernährung und Nährwerte:
    • Natriumarme, eiweißarme Ernährung
    • Flüssigkeitszufuhr
    • Bei ausbleibender Besserung der Elektrolytanomalien durch orale Wasseraufnahme: intravenöse Gabe von Dextrose und Wasser oder intravenöse Gabe hypoosmolarer Flüssigkeiten
    • Besondere Berücksichtigung bei Kindern:
      • Frühe Behandlung obligat aufgrund der Nebenwirkungen einer Hypernatriämie
      • Alle 2 h trinken (tagsüber und nachts)
      • Nahrungseinnahme und Wachstum protokollieren
      • Eiweißarme Ernährung nicht empfohlen

Nephrogener DI

  • Kausale Therapie
  • Medikamentöse, symptomatische Therapie:
    • Hydrochlorothiazid
    • NSARs, z.B. Indometacin
    • Amilorid
    • Vermeidung von schädigenden Substanzen (am häufigsten Lithium) → Normalisierung der Nierenfunktion nach Absetzen der Medikamente möglich
  • Ernährung: vgl. ZDI

Differentialdiagnosen

Quellen

  1. Bendz, H., Aurell, M. (1999). Drug-Induced Diabetes Insipidus. Drug-Safety449–456.
  2. Ghirardello, S. et al. (2006). Diabetes insipidus in craniopharyngioma: postoperative management of water and electrolyte disorders. Journal of pediatric endocrinology & metabolism: JPEM, 19 Suppl 1, 413–421.
  3. Herold G.: Innere Medizin 2021 (2021). 1. Auflage. S. 803f. Diabetes insipidus. ISBN 978-3-9821166-0-0 
  4. Hui C., Radbel J.M. Diabetes Insipidus. StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK470458/ (Zugriff am 08.10.2020)
  5. Tabibzadeh N. et al. (2019). Complications métaboliques et rénales chroniques du traitement par sels de lithium [Chronic metabolic and renal disorders related to lithium salts treatment]. Rev Med Interne.